EN

Green Supply Chain: Mit Nachhaltigkeit und Transparenz zum Erfolg

Politik, Gesellschaft und Investoren fordern von Unternehmen einen Beitrag zu nachhaltigem Wirtschaften. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Green Supply Chain (GSC). Sie ist die Basis für den Wandel zu einer emissionsfreien und sozial gerechten Ökonomie. Entscheider*innen in Unternehmen sind gefordert, ökologische und soziale Kriterien zu berücksichtigen. Wichtig ist dabei, nicht nur dem Druck nachzugeben, sondern sich der grünen Philosophie zu verpflichten. Nachhaltigkeit ist heute kein Nice-to-have mehr, sondern ein Must-have.

Was ist eine Supply Chain?

Eine Supply Chain umschließt alle Aktivitäten zur Wertschöpfung. Anteile und Gewichtungen unterscheiden sich dabei, je nach Branche. Die Wertschöpfungskette hat einen erheblichen Einfluss auf den ökonomischen Erfolg. Eine große Rolle spielen dabei die Beziehungen zwischen Lieferant*innen, Produzent*innen, Kund*innen und Recyclern. Viele Unternehmen sind heute global ausgerichtet. Daher ist die Steuerung der Produktions- und Logistikprozesse eine große Herausforderung. Die Lieferkette im Einzelnen:

  • Anbau von Ressourcen
  • Beschaffung der Rohstoffe
  • Produktgestaltung
  • Produktionsprozess
  • Verpackung
  • Lagerung (Rohstoffe, Produkte)
  • Transport
  • Retouren
  • Kund*innendienst (After Sales Service)
  • Recycling

Green Supply Chain: Der Weg zu mehr Nachhaltigkeit

In der Supply Chain stehen ökonomische Ziele im Vordergrund. Die GSC hingegen erweitert die Ziele um ökologische Aspekte, unter Einbezug aller Beteiligten. Ziel ist es, CO2-Emissionen und damit den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Gleichzeitig soll der Betrieb wettbewerbsfähig bleiben, bei steigenden Erlösen. Bevor Unternehmen ihren CO2-Ausstoß senken können, müssen sie ihn ermitteln. Dazu ist vor allem der an Emissionen intensivste Abschnitt der Lieferkette zu betrachten, die Logistik.

CO2-Emissionen in der Lieferkette ermitteln

In Europa ist so ziemlich alles durch DIN-Normen geregelt. So legt die europäische Norm DIN EN 16258 fest, wie der Energieverbrauch und CO2-Emissionen zu ermitteln sind. Dabei unterscheidet die DIN-Norm bei Transportdienstleistungen zwei Methoden. Well-to-Tank (Quelle bis Tank) erfasst die indirekten Emissionen durch den Kraftstoffverbrauch. Tank-to-Wheel (Tank bis Lenkrad) hingegen berücksichtigt die direkten Emissionen durch den Fahrzeugbetrieb. Genau hier kannst Du ansetzen, um den Trend zu nachhaltigem Versand zu befriedigen.

Die Transparenz Deiner Treibhausgasemissionen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Schon allein deshalb, um Greenwashing-Vorwürfen vorzubeugen. Der TÜV Süd bietet zum Beispiel eine Zertifizierung nach DIN EN 16258 an. Dabei prüft er sowohl die Berechnungsmethodik als auch die Transportemissionen. Dadurch wird transparent, wie Deine CO2-Bilanz tatsächlich ist.

Gleichzeitig zeigt die Zertifizierung Optimierungspotenziale auf. Du entdeckst, wo Du Energie und Rohstoffe einsparen kannst. Tue Gutes und rede darüber. So auch in diesem Fall. Dein Engagement für die Umwelt kommunizierst Du nach außen.

Entwicklung einer nachhaltigen Strategie

Ziel eines jeden Unternehmens muss es sein, CO2-Emissionen zu reduzieren. Bereits in ihrem Artikel „Sustainability in Supply Chains“ sah McKinsey & Company Ansatzpunkte in den Lieferketten von Betrieben. Sie waren verantwortlich für 90% der Umweltbelastungen und 80% der THG-Emissionen. Eine ganzheitliche Strategie für eine zukunftssichere, grüne Lieferkette ist daher unumgänglich. Die GSC integriert Umweltaspekte in allen Dimensionen.

Doch nicht nur der Umweltschutz spricht für eine grüne Lieferkette. Finanzielle Aspekte sind nicht außer Acht zu lassen. Schließlich bewerten Ratingagenturen und Analysten Unternehmen auch hinsichtlich ihrer nachhaltigen Reife. Betrachten wir die wichtigsten Faktoren näher, die sich auf den grünen Reifegrad auswirken. Beantworte die folgenden Fragen. Du weißt dann, ob Dein Betrieb bereit ist für die grünen Herausforderungen:

  • Hast Du bereits eine CO2-Bilanz, die der DIN-Norm EN 16258 entspricht?
  • Hast Du Deine Kernprozesse hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Umwelt auditiert?
  • Gibt es in Deinem Betrieb eine klare Green Supply Chain Strategie?
  • Kannst Du die Zielerreichung transparent nachweisen?
  • Bietest Du Deinen Kund*innen klimaneutrale Produkte oder Logistikdienstleistungen an?

Grüne Lieferkette: strategische Handlungsfelder

Der Weg zur grünen Lieferkette führt über verschiedene Handlungsfelder. Unternehmensintern sind Forschung, Entwicklung und Produktion auf den Prüfstand zu stellen. Eine umweltfreundliche Herstellung konzentriert sich vorwiegend auf regenerative Ressourcen und neue Fertigungstechnologien. Ein entscheidender Faktor ist dabei der Energieverbrauch. Durch einen reduzierten Verbrauch senkst Du Kosten und schonst die Umwelt.

Unternehmensübergreifend sind vor allem Ressourcenbeschaffung und Logistik entscheidende Handlungsfelder. Die nachhaltige Beschaffung ist die Basis der grünen Lieferkette. Das können wiederaufbereitete Materialien zur Abfallvermeidung sein oder ökologisch angebaute und geerntete Rohstoffe. Recycling spielt dabei ebenfalls eine große Rolle. Eine geschlossene, grüne Lieferkette erfordert die Rückführung von Materialien in den Kreislauf.

Wichtige Aspekte bei logistischen Prozessen sind die Verpackung, Lagerhaltung und der Transport. Nachhaltige Verpackungsmaterialien vermeiden Müll, sind biologisch abbaubar oder verbleiben im Zyklus. Ideal sind beispielsweise austauschbare Behälter, um Leertransporte zu umgehen. Eine grüne Lagerhaltung setzt auf einen effizienten Betrieb. Dazu gehören ein geringer Energieverbrauch, intern oder Outsourcing. Große Lagerhallen sind oft als Distributionszentren konzipiert. Sie liegen strategisch günstig und gewährleisten eine effiziente Lagerhaltung.

Ein umweltfreundlicher Transport hängt vom Lieferort und den Ansprüchen der Konsument*innen ab. Unternehmen, die global agieren, kommen nicht ohne Luftfracht aus. Hier geht es darum, Sendungen zu bündeln und Zwischenlagerungen zu vermeiden. Nur so sparen Betriebe Kosten und belasten die Umwelt weniger. Alternativ kannst Du den Ferntransport auf die Schiene oder auf Binnenschiffe verlagern.

Den eigenen Fuhrpark steuerst Du am besten durch eine individuelle Logistik-Software. Sie vereinfacht die Tourenplanung und hilft, den Laderaum effizienter zu nutzen. Alternative Technologien wie E-Antrieb reduzieren den CO2-Ausstoß. Die verschärften Klimaschutzmaßnahmen in Großstädten zwingen zu umweltfreundlicheren Alternativen. Hier bieten sich auf der letzten Meile nachhaltige Transportdienstleister wie Liefergrün an. Denn wir liefern Pakete mit Elektroautos oder Lastenrädern aus.

Grüne Lieferketten: Vorteile

Der Weg zu einer grünen Lieferkette ist herausfordernd. Dennoch lohnen sich die Anstrengungen. Es winken lukrative Resultate, wie die Boston Consulting Group (BCG) in ihrer Studie „Total Societal Impact: A New Lense for Strategy“ feststellte. Eine nachhaltige Unternehmensstrategie kann zu höheren Gewinnmargen und geringeren Geschäftsrisiken beitragen. Investor*innen, Mitarbeitende und Kund*innen schätzen die nachhaltigen Bemühungen.

Die meisten Konsument*innen bevorzugen grüne Waren und sind sogar bereit, einen Aufschlag von 5% zu bezahlen. Somit ist eine grüne Lieferkette ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor, vorausgesetzt, sie ist transparent. Durch die Marketingkommunikation Deiner grünen Werte schaffst Du Vertrauen und gewinnst neue Kund*innen. Zudem leistet Du durch eine konsequente, grüne Lieferkette einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Du zeigst damit Herz für eine gesunde Umwelt und lebenswerte Zukunft.

Green Supply Chain: Einflussfaktoren

Eine GSC ist zukunftsweisend und lukrativ. Damit der Wandel gelingt, sind verschiedene Einflussfaktoren zu berücksichtigen. Sie können bei Ignoranz leicht zu Hürden werden. Befasse Dich daher mit den wesentlichen Faktoren zur konsequenten Entwicklung und Umsetzung Deiner GSC-Strategie.

Green Compliance

Geschäftsleitung und Führungskräfte müssen geschlossen hinter einer grünen Lieferkette stehen. Es ist unabdingbar, dass sie die ganzheitliche GSC-Strategie entwickeln und leben. Bei halbherziger Umsetzung kommt es zu Problemen in einzelnen Prozessen. Zudem leidet die Effektivität der umweltfreundlichen Ansätze. Es bleibt dann ein Projekt ohne Verpflichtung zu grünen Werten. Letztendlich ist es auf dieser Basis zum Scheitern verurteilt.

Know-How

Einen großen Einfluss auf die Entwicklung und Umsetzung einer GSC-Strategie hat das Know-How aller Projektbeteiligten. Das betrifft grün denkende und handelnde Expert*innen ebenso wie neue Technologien. Verschiedene Tools und Technologien unterstützen das GSC-Management.

Mitarbeitende müssen sich darauf einstellen, Neues zu erlernen und anzuwenden. Sie sollten bereit sein, grüne Werte nachhaltig umzusetzen und zu optimieren. Die Unternehmenskultur unterstützt diesen Wandlungsprozess. Andernfalls gestaltet es sich schwierig, eine grüne Lieferkette in der Organisation zu verankern.

Kosten

Die mit der Entwicklung einer GSC-Strategie verbundenen Kosten sind nicht zu unterschätzen. Gerade KMU scheuen sich oft vor dem damit verbundenen Aufwand. Dabei sind die notwendigen Investitionen überschaubar. Eine gute Planung und Analyse sind schon die halbe Miete. Dadurch stellst Du fest, welche Prozesse bereits zur grünen Lieferkette passen. Zudem siehst Du Ansatzpunkte für Optimierungen, wie etwa in der Logistik.

Ziel ist es, dass GSC-Investitionen zu mehr Effektivität und Einsparungen führen. So halten sich beispielsweise die Kosten für eine grüne Transportlösung in Grenzen. Im Prinzip handelt es sich bei Ausgaben für GSC-Maßnahmen um eine Kapitalanlage. Wettbewerbsfähigkeit, Imagegewinn und positive Umsatzeffekte wiegen die Kosten auf.

Kompensation statt grüner Lieferkette: Greenwashing oder Ausweg?

Wer den Aufwand scheut, auf eine grüne Lieferkette umzustellen, greift zur Kompensation. Das gilt auch für Branchen, die energieintensive Produktionsverfahren haben. Dazu zählt zum Beispiel die Herstellung von Düngemitteln mit dem Nebenprodukt CO2. Einerseits wird aus CO2 Kohlensäure hergestellt, was wiederum Getränkeherstellern zugutekommt. Andererseits gibt es die Möglichkeit, den überschüssigen CO2-Ausstoß auszugleichen.

Unternehmen können CO2-Zertifikate aus Klimaschutzprojekten wie den Ausbau von regenerativen Energien kaufen. Das funktioniert so: Ein Zertifikat entspricht einer Tonne Treibhausgasemissionen. Je nach CO2-Ausstoß kauft Dein Betrieb die entsprechende Anzahl an Zertifikaten. Durch diese Kompensation darf sich Dein Unternehmen dann als klimaneutral bezeichnen.

Das System der Kompensation hat Vor- und Nachteile. Es regt natürlich nicht dazu an, den THG-Ausstoß zu vermeiden. Es beruhigt Dein Gewissen und motiviert zum Greenwashing. Unter dem Deckmantel der Kompensation präsentiert sich Dein Betrieb als klimaneutral. Ein Vorteil ist, dass durch die Kompensationen Geld in Umweltschutzprojekte fließt, weltweit. Viele Klimaschutzprojekte wären ohne diese Ausgleichszahlungen nicht möglich.

Wichtig ist, bei der Kompensation auf Gütesiegel wie Gold-Standard zu achten. Damit ist sichergestellt, dass die Projekte den Klimaschutz und mindestens ein Nachhaltigkeitsziel der UN unterstützen. Für einen besseren Überblick gibt es einen Ratgeber des Umweltbundesamtes „Freiwillige CO₂-Kompensation durch Klimaschutzprojekte“. Mehr zum Thema CO2-Kompensation in der Logistik findest Du zusammengefasst in unserem Blogeintrag.

Kompensationen sind ein Baustein, um nicht vermeidbare Treibhausgasemissionen auszugleichen. Gleichzeitig ist es unerlässlich, dass Unternehmen ihren CO2-Ausstoß verringern und mit einer GSC-Strategie beginnen.

Fazit

Die Green Supply Chain ist ein Erfolgsfaktor für Unternehmen, um sich langfristig am Markt zu behaupten. Dabei genügt es nicht, wenn nur ein Prozessschritt nachhaltig ist. Der Wandel zu nachhaltigem Wirtschaften erfordert eine ganzheitliche, grüne Lieferkette. Vom Rohstoffanbau über die Herstellung bis zur Auslieferung muss der gesamte Prozess nachhaltigen Anforderungen genügen.

Großes Potenzial liegt im Transport zu den Endverbraucher*innen auf der letzten Meile. Eine emissionsfreie Lieferung im Sinne von Tank-to-Wheel ist beispielsweise mit Liefergrün garantiert. Durch eine konsequente GSC-Strategie unterstützt Dein Unternehmen ökologische Zielsetzungen. Gleichzeitig verbessert Dein Betrieb durch Einsparungen seine Rentabilität. Eine grüne Lieferkette ist daher umweltfreundlich und lukrativ.

Verwandter Artikel
3
min Lesezeit

Faces @Liefergrün: Anne

von
Celine Becherer
Mit uns liefern
*Wir sparen 600g CO2 pro Packung

Nächste Artikel

Entdecke alle Artikel
von
Celine Becherer
von
Jaqueline Hofstädter
von
Jaqueline Hofstädter
von
Jaqueline Hofstädter
von
Celine Becherer